Links der Woche 46/13

Zum Radfahren verleitet das saisonbedingte nebelfeuchte Herbstwetter ja nun nicht unbedingt, nichtsdestoweniger stellt sich die Frage nach Sicherheitsvorkehrungen im Straßenverkehr mehr denn je. Eine interessante Statistik zu diesem Thema kommt aus der kanadischen Provinz Alberta, wo 2002 eine Helmpflicht für radfahrende Menschen unter 18 eingeführt wurde: M. Karkhaneh – Alberta’s helmet law-children’s cycling halved, injuries increased per cyclist. Die Auswüchse der Tendenz zur extremen elterlichen Sorge um die Kinder in Verbindung mit zunehmendem Bewegungsmangel sowie städtebauliche Usancen, die diese Entwicklungen begünstigen, stellt Kaid Benfield mit seinem Artikel „A city with no children“ in Frage, und John Erlandsson zeigt eine Alternative für einen Teil des motorisierten Lastenverkehrs im städtischen Bereich: Cyclelogistics: 51 % av motoriserade godstransporter i städer kan lika gärna göras med lastcykel. (Der verlinkte Text ist aus dem Schwedischen übersetzt.) Dazu passen auch die Erfahrungen von Edward McClelland, die er in „How I gave up my car and don’t miss it at all“ festhält.

Von gesellschaftlichen Problemen und Missständen verschiedener Art handeln die folgenden Linkempfehlungen: „Things nobody says to heterosexuals“ bei dasverdammteglueck/konsequente unvernunft beinhaltet sehr viel Wahrheit; zum Lachen und Weinen gleichzeitig ist der Text „Blame a feminist: The top tragedies feminism has wrought“ von Jessica Valenti, in dem sie schreibt, wofür Feminismus unter anderem Schuld trägt, sofern man manchen Leuten Glauben schenkt. Cory Doctorow zitiert die grandiose Dorothy L. Sayers, und in ähnlichem Tonfall geht es bei Micah J. Murray weiter: „How feminism hurts men“. „Stop me if you’ve heard this one before“ von Andrew Coyne ist ein ebenso guter wie deprimierender Text, der sehr wahrscheinlich auf der ganzen Welt gilt. Tröstlich hingegen ist der Gedanke, der hinter einem neuen Buch steht, welches Menschen begreiflich machen soll, wie es sich anspürt, unter Dyslexie zu leiden: Typography book explores what it feels like to have dyslexia.

Zwischendurch ein kleines Sammelsurium mit guten Gedankengängen: „Sollte man als Frau Anti-Vergewaltigungs-Unterwäsche tragen?“ fragt sich Daniel Bröckerhoff, und Anatol Stefanowitsch lästert in seinem Blog gekonnt über „Die Leiden der jungen Väter“; im Blog „Unter der Glasglocke“ finden sich Betrachtungen, die weit über die erwähnten Gruppen hinausgehen: Das Problem mit den Äußerlichkeiten. „Juna im Netz“ macht sich in „Pfandgeld“ über eine Beobachtung (auch die weiterführenden Links sind zu empfehlen) Gedanken, auf „Hyperbole and a half“ habe ich eine der für meine Begriffe besten Beschreibungen einer Depression gesehen: Depression Part Two. Sehr schön und sehr traurig beschreibt Darcey Steinke in „Acts of Faith“ die Geschichte ihrer Mutter; Victoria Hamburg hat „Fake, Teil 2“ verfasst, und auch auf Neon ist der entsprechende Artikel von Tin Fischer jetzt freigeschaltet: Der Traum-Mann. Ein Diagramm mit ernstem Hintergrund: Soll ich kostenlos arbeiten ? (Jessica Hische/Patrick Stoesser), danach beantwortet der Webdesigner Marc Hinse auf recht launige Art die Frage „Was kostet eine Website ?“.

And now for something completely different: Sports.

Weiter geht es mit Naturwissenschaften, genauer gesagt mit meinen Lieblingsvögeln, denn Annalee Newitz erklärt, was Krähen und Menschen verbindet: The mysterious tool-making culture shared by crows and humans. Der Geologe Bernhard Edmaier hat Landschaften fotografiert, und dabei sind faszinierende Fotos und eine Buchempfehlung herausgekommen; der Artikel „The science behind earth’s many colors“ erzählt die Hintergrundgeschichte der Aufnahmen. Von der Existenz des siamesischen Kampffisches wusste ich bis zu jenem Zeitpunkt nichts, an dem ich unglaubliche Bilder dieses Tieres gesehen habe: Stunning Portraits of Siamese Fighting Fish (by Visarute Angkatavanich). Ed Yong präsentiert in „The oldest big cat, from the roof of the world“ ein neuentdecktes Mitglied der Ahnengalerie der heutigen Großkatzen; ein kleines, feines Quiz gibt es hier, und Eric Vance schreibt mit einer ordentlichen Prise Humor über das schwere Los eines Menschen, der wissenschaftliche Texte verfasst: Toe fungus and why no one loves a science writer. Sehr interessant auch der Artikel von Joseph Stromberg über eine vermeintlich bahnbrechende Entdeckung, die vor ungefähr fünfzig Jahren hohe Wellen schlug: The curious case of polywater.

Als letzten Link für heute habe ich einen Artikel, der veranschaulicht, wie es aussieht, wenn jemand seiner Zeit voraus ist – in konkreten Fall anhand eines Entwurfes für das Schauspielhaus Zürich, der auf sehr ansprechende Weise von Virtual Design Unit umgesetzt wurde.

Dieser Beitrag wurde unter Links veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s