Wie ich an einem Sommertag meine Zwischenablage aufräumte

Es ist sonnig und heiß und ich kann den See riechen, meide aber derzeit jedes Strand- und sonstige Bad, weil ich nach einer Überdosis Gelsenstiche aussehe, als würde ich an einer schweren ansteckenden Krankheit leiden. Bei dieser Gelegenheit mein Wunsch an den kommenden Winter: Bitte ein paar Tage mit durchgehend Minustemperaturen! Danke. Und so räume ich eben Unterlagen virtueller und papierener Art auf, was mir durchaus Erfolgserlebnisse verschafft. Links haben sich schon wieder viele angesammelt, darunter auch ein paar zum Gleichwiederlöschen, aber die guten kommen hier ins Töpfchen:

Sibylle Hamann macht sich in der Presse Gedanken über Fluchthelfer im historischen Kontext, Andreas Koller sinniert in den Salzburger Nachrichten über die Glaubwürdigkeit der derzeitigen österreichischen Regierung und Ylmaz Gülüm erklärt in einem Leserkommentar im Standard sehr schlüssig, weshalb der türkische Ministerpräsident Erdogan in Österreich so viele Fans hat. Mit einer der unangenehmen Begleiterscheinungen des Internet beschäftigt sich wiederum die Journalistin Andrea Diener: „Trollkommentare. Meine Tage im Hass.“; über eine neuere Spezies von Trollen schreibt Alexandra Petri in der Washington Post: „Enter the Concern Troll“. Mein Respekt und meine Bewunderung gelten an dieser Stelle einer Amerikanerin, die sich auf die Füße gestellt hat, als im WWW Nacktbilder ihrer Tochter aufgetaucht sind, und zwar mit Erfolg. Nun sollte sich man sich freilich von der Macht der Niedertracht nicht zu sehr trollen lassen, denn die guten Seiten des Internet sind in der Mehrzahl, auch, weil es wesentlich einfacher geworden ist, Informationen einzuholen. Beispielsweise, wenn es um vegane Kosmetik geht.

Journalismus und Zeitungswesen befinden sich zweifellos in einer Phase großer Veränderungen und leider nur wenige Mitglieder der betroffenen Berufsgruppen äußern besonnene und konstruktive Worte zu diesem Thema. Konrad Lischka ist einer von ihnen: „Es gibt eine Marktlücke für gelassenene Digitalmedien“. Auch, was Sibylle Hamann in der „Presse“ schreibt, ist wert, gelesen und bedacht zu werden: „Wenn die Zeitungen tot sind, wird es uns leid tun. Vielleicht…“. Ein Artikel, der mir sehr gut gefällt, beschäftigt sich mit Social Media im eigentlichen Sinn, betitelt mit „4 Ways to put the ‚Social‘ in ‚Social Media'“. Gute Sache, das.  Womit ich auch schon beim Übergang zu einem weiteren Bereich bin, der unsere Gesellschaft noch vor große Probleme stellen wird, wenn nicht bald in mehrerlei Hinsicht ein Umdenken stattfindet, nämlich bei der Betreuung alter und dementer Menschen, aber auch generell bei der künftigen medizinischen Versorgung. In welchem Sumpf aus Gefühlen man sich als pflegender Mensch schnell wieder finden kann, zeigt der Artikel „Mach den Mund endlich auf. Mach ihn auf!“ recht drastisch. Und ja,  nur Heilige kommen aus einer solchen Situation unbeschadet heraus! Über die zunehmende Demenz ihrer geliebten Großmutter und auch über ihre Familiengeschichte schreibt Zora Debrunner, eine Schweizer Bloggerin, behutsam und berührend in ihrem Blog „Demenz für Anfänger“; wegen der ärztlichen Versorgung speziell auf dem Land macht sich Edith Meinhart auf „profil online“ Sorgen, und leider decken sich ihre Beobachtungen mit meiner Erfahrung.

Drei Frauen und ein Mann. Klug, scharfzüngig und kein Blatt vor den Mund nehmend, das sind Hella Dietz mit „Kinder bekommen! Keine Tiere töten!“, Journelle über „Das böse Weib“, die großartige Elfriede Hammerl mit „Verbotsgesellschaft?“ sowie Udo Pollmer, der in „Ein bisschen Salat können Sie essen“ überaus kritisch mit unsinnigen Essgewohnheiten ins Gericht geht. Sehr interessiert habe ich auch gelesen, wie ein bekanntes Unternehmen die Kurve gekriegt hat; doch, ja, sogar ich habe mir damals gedacht, dass es ein Fehler war, Duplo vom Markt zu nehmen!

In Anbetracht der Temperaturen um 30° herum habe ich auch leichte Kost anzubieten, und zwar ein paar Bilder und Bildstrecken, die ich ganz, ganz liebenswert finde, als da wären: Flitterwochen mit Katze anno 1939, Fassbier! Im Flugzeug!, Deutschlands positive Seiten aus amerikanischer Sicht, Kuscheln mit einem Haushuhn (Wer weiß, wie intelligent und zutraulich Hühner sein können, wird sich fürderhin gut überlegen, aus welcher Haltung er Eier kauft!), und wo wir grad bei Haustieren sind, kann ich natürlich auch Hundefotos und Katzenbilder anbieten – aber was für welche! Es besteht deswegen aber kein Grund zur Sorge, denn ich verfüge auch noch über künstlerisches Bildmaterial in Form von „The Black Series“.

Um Kunst geht es auch bei den letzten Links des heutigen Beitrages. Zu Anfang dieses Jahres war in der Süddeutschen Zeitung ein wirklich gutes Interview mit Martin Roth, dem Direktor des Victoria and Albert Museum, zu lesen. Tom Hillenbrand, seines Zeichens Autor, nimmt sich eines Mythos an, der noch immer recht hartnäckig durch die Lande geistert.

Zu guter Letzt: Ein Gruppenerlebnis zum Nachdenken mit einer sehr positiven Essenz.

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Eine Antwort zu Wie ich an einem Sommertag meine Zwischenablage aufräumte

  1. Elena schreibt:

    Danke für diesen toll geschriebenen Eintrag, danke für die zahlreichen Links!
    Und was die Minusgrade anbelangt: oh ja – wirkt gegen Nacktschnecken ja auch 😉

    Liebe Grüße

    Elena

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